Hans Joachim Breustedt
(1901 - 1984)
ein kleiner Querschnitt aus seinem Schaffen

Eröffnung am Dienstag, den 15. November 2020 um 19 Uhr
Es spricht Dr.in Inga Kleinknecht (OÖ Kultur)

bis 23. Dezember
Die - Fr 16 - 18
Do, Fr: 11 - 13

1901 als Kind bäuerlicher Eltern in Steinach im Thüringer Wald geboren, hat Hans Joachim Breustedt früh schon Neigung zum Musizieren. Er spielt die Blockflöte und seine Kindheit ist voller dörflicher Poesie. 1917, als Fünfzehnjähriger, geht Breustedt nach München, später nach Weimar und wird Jünger des Bauhauses, an dem zu dieser Zeit Klee, Feininger und Schlemmer lehren. Besonders Feininger, der ebenfalls der Musik zugeneigt ist, wird er anvertraut. Das musikalische Medium beginnt hier als ein bildendes Verfahren seine Wirkung.
1921 geht Hans-Joachim Breustedt nach Italien, lebt in Rom und Florenz. Sein Lebensunterhalt in dieser Zelt wird durch das Kopieren von alten Bildern bestritten. Dabei gewinnt er erste Erkentnis und intime Vertrautheit mit der Technik der alten Meitster, Die antike Mythologie, mit der er von Kindheit an vertraut ist. wird nun an annähernd authentischer Stelle lebendig.
1924-1928 kehrt Breustedt nach Weimar zurück und wird Meisterschüler bei Professor Klemm. Später wird er Lehrer und freier Maler.
Die Jahre 1932 bis 1945 sind für Breustedt künstlerisch, privat und emotional eine Katastrophe: Berufs- und Ausstellungsverbot, ein Großteil seines Werkes verbrennt, er muss als Soldat an die Ostfront, seine jüdische Frau wird im Vernichtungslager Treblinka ermordet. 1935 aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen, erhält er Malverbot. Eine verhinderte Emigration nach den USA bewirkt, daß der Künstler 1940-1945 Soldat im Osten wird und 1945 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimkehrt.
1946 lernt er Margret Bilger kennen und 1953 entsteht durch die Ehe mit ihr eine interessante Künstlergemeinschaft.
Hans Joachim Breustedt ist mit seinem Schaffen der Lehre des Bauhauses verpflichtet. Beispielhaft ist ihm aber auch die ostasiatische Kunst, also Kalligraphie und Tuschezeichnung. Der Einfluß der Musik ist groß, um sein Tun zur Sprache zu bringen.
Hans Joachim Breustedt, obwohl ein Mensch der Freundschaft, ist ein einzelner. ein Solitär ohne stärkere Bindung an Gruppen. Und er hat den von ihm gewählten Weg mit viel Beharrlichkeit und in aller Stille gemeistert. Breustedt stirbt 1984 in Vevey (Schweiz), wo er die letzten Lebensjahre verbringt. (nach Franz Xaver Hofer)